Kontakt

Gemeinde Angelburg

Bahnhofstraße 1
35719 Angelburg
Tel.: 06464/9166-0
Fax: 06464/9166-20
E-Mail: gemeinde@angelburg.de
Internet: www.angelburg.de
 

Öffnungszeiten

  • Montag-Mittwoch
  • 08.30–12.00 Uhr | 13.30-15.00 Uhr
  • Donnerstag
  • 8.30–12:00 Uhr | 13.30-18.00 Uhr
  • Freitag
  • 8.30-12.00 Uhr

Apotheker und Frauenbeauftragte starten gemeinsame Aktion gegen häusliche Gewalt

Vorstellung der zweiwöchigen Kampagne im Landkreis Marburg-Biedenkopf

Marburg-Biedenkopf – 7.600 Frauen wurden allein in Hessen im Jahr 2012 Opfer von häuslicher Gewalt. Die Dunkelziffer liegt bei diesen Delikten aber deutlich höher. Viele Betroffene, aber auch Zeugen wissen nicht, wie sie in solchen Fällen richtig reagieren oder an wen sie sich wenden können. Deshalb starteten der Hessische Apothekerverband (HAV) und die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Hessischer Frauenbüros in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Sozialministerium unter dem Motto „Rote Karte gegen häusliche Gewalt“ eine Informationskampagne. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf beteiligen sich 67 Apotheken an diese Kampagne – 20 in der Stadt Marburg und 47 in den anderen kreisangehörigen Kommunen.

In der Schiller-Apotheke in Fronhausen stellten am Freitag Landrat Robert Fischbach, Inhaberin Dr. Susanne Rück, die Delegierte des HAV für den Landkreis Marburg-Biedenkopf, und Claudia Schäfer, Frauenbeauftragte des Landkreises, zusammen mit Mitgliedern des Runden Tisches „Keine Gewalt gegen Frauen und Kinder im Landkreis Marburg-Biedenkopf“ die Aktion vor.„

Die Kampagne dient der Prävention und Information über Hilfen für Opfer von Gewalt. Sie holt häusliche Gewalt aus dem Privatbereich und dem Dunkelfeld heraus und thematisiert sie in der Öffentlichkeit und im Alltag. Das ist wichtig und richtig“, betonte Landrat Robert Fischbach. Er bedankte sich bei allen Kooperationspartnerinnen und -partnern und ganz besonders bei den teilnehmenden heimischen Apotheken.

„Häusliche Gewalt trifft zu über 90 Prozent Frauen. Es sind Frauen jeden Alters, aus allen sozialen Schichten und Kulturen. Für Kinder hat das Miterleben von häuslicher Gewalt zudem negative Auswirkungen auf ihre Entwicklung“, teilten Claudia Bergelt von Frauen helfen Frauen e. V. und Horst Vaupel von der Polizeistation Marburg mit. Beide arbeiten aktiv beim Runden Tisch „Keine Gewalt gegen Frauen und Kinder im Landkreis Marburg-Biedenkopf“, dem regionalen Netzwerk gegen Gewalt mit. „Die Kampagne ist sehr gut dazu geeignet, die Apotheken als niedrigschwellige Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Gesundheit zu positionieren“, stellte Dr. Susanne Rück fest. Daher seien die Apotheken, die von vielen Kundinnen und Kunden aufgesucht werden, auch ein guter Ort, um auf dieses wichtige Thema aufmerksam zu machen und die Bevölkerung zu sensibilisieren.

Bei dieser Aktion geht es darum aufzuklären, welche Maßnahmen im Fall von Gewalt ergriffen werden können. Die Öffentlichkeit soll informiert werden, welche Hilfsangebote es gibt, denn jeder kann mit dem Thema konfrontiert werden. Dafür wurde neben einem Plakat die „Rote Karte gegen häusliche Gewalt“ entwickelt, in der konkrete Hilfestellung gegeben wird, bei welchen Stellen Opfer Hilfe erhalten können. Die Empfehlung der Apotheken lautet dabei, diese Karte in der Hausapotheke oder an anderer geeigneter Stelle aufzubewahren. Ergänzend dazu liegen in allen Apotheken der Handzettel „Nein zu häuslicher Gewalt“ mit einem Rettungsring als Symbol aus. Hier erfahren alle Interessierten – ob Betroffene oder Menschen, die helfen möchten – ausführlicher, was genau getan werden kann und was dabei zu beachten ist. Aufgeführt sind eine Vielzahl regionaler Unterstützungs- und Beratungseinrichtungen. Für das Portemonnaie gibt es eine kleine Karte im Visitenkartenformat mit den wichtigsten Notrufnummern.

Wichtige Anlaufstellen für Beratung, Unterstützung und Hilfe sind neben der Polizei das Frauenhaus und die Beratungsstelle von Frauen helfen Frauen e. V. Im Notruf Marburg e. V. erhalten vergewaltigte und belästigte Frauen Beratung. Wildwasser Marburg e. V. ist eine Beratungsstelle, die sich auf sexuelle Gewalt in der Kindheit spezialisiert hat, und das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen berät deutschlandweit und vermittelt an Unterstützungseinrichtungen vor Ort. „Wer nicht weiß, wer die richtigen Ansprechpartner sind, kann sich auch an das Frauenbüro des Landkreises wenden“, so Frauenbeauftragte Claudia Schäfer. Sie freut sich, dass nach der erfolgreichen Informationskampagne in Bäckereien im Jahr 2010 nun mit hessenweit 1.550 Apotheken und rund 180.000 „Roten Karten gegen Gewalt“ wieder eine große Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam gemacht werden kann.

Weitere Informationen und Bestellung des Flyers „Nein zu häuslicher Gewalt“ in deutsch, türkisch und russisch beim Frauenbüro des Landkreises unter 06421/405-1311.

Apothekenaktion

zurück