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Auf dem Weg zum schnellen Internet kommen Kreis und Kommunen zügig voran

Mögliche Netzbetreiber bekunden Interesse / Glasfaserkabel bieten Vorteile gegenüber Funklösungen

Marburg-Biedenkopf – Auf dem Weg zum schnellen glasfasergebundenen Internet sind der Landkreis Marburg-Biedenkopf und die Kommunen in der Breitband GbR einen großen Schritt vorangekommen: „Gespräche mit potenziellen Betreibern eines Breitbandnetzes zeigten, dass bei einigen großes Interesse besteht, sich an der geplanten Ausschreibung zu beteiligen, das Netz zu betreiben sowie Dienste darauf anzubieten“, teilte Landrat Robert Fischbach nach einer Sitzung der Gesellschaft mit, der Kreis und Kommunen angehören.

„Wir drehen hier an einem ziemlich großen Rad, um den Landkreis zukunftsfähig zu machen. Das bedarf sorgfältiger Vorbereitungen“, betonte Landrat Robert Fischbach. Leider lasse sich eine Versorgung über Glasfaserkabel nicht innerhalb von kurzer Zeit umsetzen. „Immerhin müssen über 500 Kilometer Kabel unter die Erde gebracht und dafür Kredite in Höhe von 45 Millionen Euro aufgenommen werden. Das geht nicht von heute auf morgen“, sagte Landrat Fischbach.

„Sehr erfreulich ist, dass nach anfänglicher Skepsis einiger Kollegen jetzt alle Bürgermeister an einem Strang ziehen und den Weg, das Netz in Eigenregie zu bauen als einzig richtige Lösung erkannt haben“, ergänzte Andreas Schulz (Ebsdorfergrund) als der Vertreter der Bürgermeister. Natürlich ließen sich Funk-Lösungen wie auch das vielfach beworbene LTE schneller umsetzen. Aber die Leistungsfähigkeit dieser Lösungen sei immer abhängig von der Entfernung des Funkmastes und der Anzahl der Teilnehmer, die sich die Funkfrequenz teilen. „Die vielfach versprochenen Bandbreiten sind in der Realität nur selten zu erreichen“, führte Bürgermeister Schulz aus. Außerdem sind die Download-Datenmengen bei Funklösungen pro Monat eingeschränkt. LTE bedeutet Long-Term-Evolution und ist ein neuer Mobilfunkstandard. Er gilt als Nachfolger der UMTS-basierten Netze.

Wirklich zukunftsfähig ist hingegen das vom Landkreis geplante Netz mit Glasfaserkabeln, mit dem überall eine Datenübertragungsrate von bis zu 50 MBit/s angestrebt wird. Das ist in vielen Orten über die 50-fache Geschwindigkeit von heute. Insbesondere für Industrieunternehmen kann dann auch eine direkte Verbindung ohne das Telefonnetz geschaffen werden, die dann noch wesentlich leistungsfähiger sind. Ein „Bit“ bezeichnet die Datenmenge, die innerhalb einer Sekunde übertragen wird. MBit bedeutet „Mega-Bit, also 1 Million Bit pro Sekunde, die übertragen werden.

Die Studie der Broadband Academy hatte im November 2011 festgestellt, dass die großen Internetanbieter keinen Ausbau der Glasfasernetze im Landkreis planen. Gespräche mit diesen Anbietern haben ergeben, dass diese nur dann aktiv werden, wenn die Städte und Gemeinden jeweils sehr hohe Summen für den Ausbau an die Anbieter bezahlen würden. „Da die meisten Kommunen aber kein Geld haben, sind solch hohe Ausgaben ohne eine Rückflussoption nicht zu verantworten“, betonte der Landrat. Die Studie schlägt daher vor, dass der Landkreis und die Kommunen mit einer Eigentumsgesellschaft, die Glasfaserverbindungen zwischen den Orten und die Anschlüsse an die Kabelverzweiger in den Orten selber bauen lassen und dann dieses Netz an Internetanbieter vermieten. Für den Bau dieses Netzes ist eine Investition von rund 45 Millionen Euro in drei bis fünf Jahren notwendig. Diese Summe ließe sich in rund 20 Jahren refinanzieren.

Mittlerweile ist ein erster Entwurf für eine Eigentümergesellschaft fertig, der allgemein auf Zustimmung der Bürgermeister stieß. „Der Zeitplan sieht vor, dass die Eigentümergesellschaft noch in diesem Herbst gegründet werden soll“, erklärte Landrat Robert Fischbach. Zuvor müssten noch einige Rechtsfragen und vor allem die Frage der Finanzierung geklärt werden. „Die hohe Kreditsumme soll über eine Landesbürgschaft abgesichert werden. Wenn alles gut läuft, kann in diesem Jahr noch mit dem Bau des Netzes begonnen werden“, sagte der Landrat. Bereits im Juni sollen zudem alle Fraktionsvorsitzenden in den Kommunen und des Kreistags zu einer Informationsveranstaltung eingeladen werden.

Der Landrat freut sich auch darüber, dass die Planungen jetzt interkommunal gemeinsam mit dem Lahn-Dill-Kreis vorangetrieben werden, der ein vergleichbares Projekt umsetzen will. „Dadurch können Regiekosten gespart werden. Außerdem ist ein größeres Netz für potenzielle Betreiber attraktiver“, so Fischbach.

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